Also, jeder gute Tag beginnt mit einer tollen Nacht. Und die letzte Nacht war wirklich schön, nicht nur, weil sie wieder sternenklar war (und deshalb leider auch ein bisschen kalt), sondern weil es besonders schön ist, wenn man in einem Zelt sitzt, gemeinsam eine schöne Teamsitzung macht und die Personen, die draußen stehen, wie auf dem Foto, das ihr seht, im Dunkeln das leuchtende Zelt betrachten. Das ist schon etwas ganz Besonderes.
Aber kommen wir zum Tag: Tatsächlich hat uns der Froschkönig besucht, oder besser gesagt: der Krötenkönig. Leider hat sich keine Prinzessin und kein Prinz gefunden, der ihn küssen wollte. Deshalb bleibt er auch ein Frosch oder eine Kröte.
Nach einem fulminanten Frühstück, dass übrigens auch erwähnt werden sollte, weil es alle zwei Tage einen leckeren, selbstgemachten Porridge gibt, haben wir die Abenteuer-NGs gestartet. Und auch hier gilt wieder dasselbe Prinzip: Es gibt verschiedene Angebote, und die Kinder können sich aussuchen, was sie gerne machen möchten. Das Wichtigste ist das Abenteuerleben, also Dinge tun, die Spaß machen, in der Natur ausprobieren und kreativ sein.
Übrigens hatte heute die F-Gruppe Pilzameisen Küchendienst. Und dabei ist leider ein kleines Missgeschick passiert: Sie haben den Abfluss verstopft. Zum Glück hatten wir den lieben Heiko dabei, der schnell helfen und die Verstopfung wieder entfernen konnte. Natürlich hat das kurz für Aufsehen gesorgt, weil das Programm erst beginnen kann, wenn der Küchendienst mit dem Abwasch fertig ist. So ist das halt.
Während die Abenteuer-NGs liefen, hat Lara Lotte die letzten Vorbereitungen für das Stadtspiel getroffen, das am Montag stattfindet. Sie ist extra in der letzten Woche hingefahren und hat sich das schöne Museum angeschaut, in dem die Kinder eine Zeitreise machen und kennenlernen sollen, wie das dänische Leben in den letzten 600 Jahren gewesen ist. Parallel dazu war Pauline damit beschäftigt, die Abrechnung weiterzuführen. Dazu gehört auch, dass wir natürlich einen Großteil schon im Vorfeld hier in Berlin erledigen. Aber vor Ort wird auch noch viel besorgt, zum Beispiel frische Lebensmittel oder Druckerpatronen, die man vergessen hat. 😇

Eine solche Abrechnung bedeutet viel Verantwortung. Wir sind nicht nur den Mitgliedern gegenüber rechenschaftspflichtig, sondern auch den öffentlichen Fördergebern, wie zum Beispiel dem Bezirksamt Neukölln, Abteilung Jugend, das uns mit Reisemitteln unterstützt, damit wirklich viele Kinder mitkommen können. Wir bekommen aber auch Spenden. An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an alle, die uns so toll unterstützt haben, wie zum Beispiel Cordula, Andreas, Gabi und andere, die immer wieder bereit sind zu helfen und damit vielen Kindern und Jugendlichen drei Wochen lang ein herrliches Zeltlager ermöglichen. Das muss ordentlich abgerechnet werden, um Rechenschaft abzulegen. Natürlich kann das auch nicht immer bis nach dem Zeltlager warten: Die Belege müssen aufgeklebt, die Kasse gezählt und auch die Taschengeldbank ordentlich geführt werden.
Aber zurück zum Tag: Nach dem Mittagessen gab es erst einmal eine anständige Pause. Alle haben sich entweder in ihre Zelte verzogen und ein bisschen geschlafen oder auf der Wiese gelegen, gelesen oder Gitarre gespielt. Einige sind auch schwimmen gegangen.
Am Nachmittag begannen dann die Kulturneigungsgruppen, und es wurde weiter geprobt, geübt, gemalt und gebastelt dort, wo wir das letzte Mal aufgehört hatten. Denn am Mittwoch ist unser großes Kulturfest. Dort wollen alle präsentieren, was sie Schönes geübt und sich überlegt haben, um Freude zu geben und Freude zu erleben. Hier besteht auch die Möglichkeit, Dinge zu lernen, die man vorher nicht kannte, sich auf eine Bühne zu stellen, sich zu präsentieren, vor anderen zu reden, zu singen, zu zeigen, was man Schönes an Gitarre oder Ukulele gelernt hat, oder zu tanzen. Und egal, wie es wird: Der Mut zählt.
Und während all das läuft, wird natürlich auch immer Material aus dem Materialraum genommen. Den verwaltet Christian. Christian ist unser Goldschatz. Er sorgt immer dafür, dass alles am richtigen Platz steht, schimpft auch ab und zu, wenn etwas nicht richtig weggestellt wurde, und sorgt dafür, dass die Ausleihlisten richtig geführt werden.
Jetzt gerade am Abend, wir sind kurz vor dem Schlusskreis, haben die Kinder die Zeit genutzt und in einem Spielecafé in verschiedenen Runden viele tolle Spiele gespielt. Auch das ist uns wichtig: Nicht allein zu Hause vor dem Computer zu spielen, sondern wirklich mit anderen gemeinsam Brettspiele oder Kartenspiele auszuprobieren. Hier geht es nicht immer nur darum, zu gewinnen, sondern natürlich um den gemeinsamen Spaß, den man dabei hat. Und so, wie wir Emil kennen, hat er garantiert wieder geschummelt.
Eigentlich ist es auch hier schön mitanzusehen, wie Groß und Klein immer zusammen spielen. Gemeinsam erleben sie etwas, was in vielen Familien vielleicht nicht mehr gelebt wird: sich abends zusammenzusetzen und etwas Schönes zu spielen. Da müssen wir immer an das Lied Matscheibe Milli aus dem Grips-Theater denken: „Keine Matscheibe ersetzt ein tolles Spiel in Gemeinschaft.“
Jetzt mache ich mich aber auf den Weg, denn ich will noch zum Schlusskreis. Und ich sage euch: Heute findet wieder keine Teamsitzung statt. Denn gestern hat das Team schon alles gut für die nächsten zwei Tage vorbereitet und kann so heute Abend auch den Abend noch einmal anders genießen. Ganz bestimmt wird weiter gespielt…bzw. geschummelt.
Wir wünschen euch eine gute Nacht, genießt den Sonntag in Berlin – oder wo ihr auch immer seid – und freut euch auf uns in Freundschaft.

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